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Der Selbstmord von Venedig

Universität

Donna Leon und Romedio Schmitz-Esser beleuchteten die Facetten des Morbiden und des Mordens. Fotos: Uni Graz/Schweiger

Pointiert, eloquent und belesen: Donna Leon sorgte für eine ausgebuchte Aula.

Stadtrat Günter Riegler überreichte ein Gastgeschenk der Stadt Graz und plauderte mit Romedio Schmitz-Esser und Donna Leon (v.l.)

Donna Leon und Romedio Schmitz-Esser über das Sterben im Mittelalter und in Romanen

Leichen pflastern buchstäblich ihre Wege: Romedio Schmitz-Esser, Forscher über Totenkult im Mittelalter, und Donna Leon, Schöpferin des Commissario Brunetti, begaben sich am 23. Oktober 2017 in der Aula der Karl-Franzens-Universität Graz auf eine kulturgeschichtliche Spurensuche rund um das Thema Sterben. 400 BesucherInnen folgten dem spannenden und zugleich unterhaltsamen Podiumsgespräch – eingeleitet und zusammengefasst von Historiker Hannes Gießauf.

„Venedig ist dabei zu sterben“, erklärte die erfolgreiche Schriftstellerin den morbiden Schauplatz ihrer Bestseller. Die Touristenmassen treiben aber die Stadt in den „Selbstmord“.
Der Umgang mit den Toten folge nach wie vor dem Konzept aus dem Mittelalter, so Schmitz-Esser, Professor für Mittelalterliche Geschichte an der Uni Graz. „Es lässt sich noch immer schwer sagen, ob Leichname noch dem Diesseits oder einer anderen Welt angehören. Daher versuchen die Menschen etwas zu konstruieren.“ Im Unterschied zum Heute fehlte im Mittelalter die Furcht vor den Verstorbenen, sie bildeten mit den Lebenden vielmehr eine Gemeinschaft.

Donna Leon sah den Tod eng mit Respekt verbunden. Dem versuche sie auch in ihren Romanen Rechnung zu tragen. „Mich fasziniert weniger das Gewalttätige, sondern warum der Mord passierte. Ich kann es nicht verstehen, warum jemand einem anderen das Leben nimmt.“

Die Veranstaltung fand im Rahmen der 7. fakultät, des Zentrums für Wissen, Gesellschaft und Kommunikation der Uni Graz, statt.

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