HISTORISCHES LERNEN - INTERKULTURELL UND POSTKOLONIAL.
Aus der Vortragsreihe Decolonizing History am Institut für Geschichte
Vortrag von Felix Hinz (PH Freiburg) am 10. März 2026
Am Abend des 10. März 2026 weihte Felix Hinz, Professor für Geschichte und ihre Didaktik an der Pädagogischen Hochschule Freiburg, die restaurierte Fachbibliothek Geschichte der Karl-Franzens-Universität Graz mit einem Vortrag aus der Reihe „Decolonizing History“ ein.
Im neugestalteten Lesesaal stellte er zahlreichen Studierenden sowie Mitgliedern des Grazer Arbeitsbereichs für Geschichtsdidaktik seine 2025 erschienene Monographie „Historisches Lernen – interkulturell und postkolonial“ vor. Nach einer Skizzierung theoretischer Herausforderungen der Postkolonialen Kritik diskutierte er seine Betrachtungen mit dem Publikum.
Die Vortragsreihe „Decolonizing History“ greift die Frage auf, wie koloniale Formen der Machtausübung in der Geschichte ineinandergriffen und auf welche Weise Kolonialität in politische, soziokulturelle und wirtschaftliche Beziehungen eingebettet war.
Die Aufarbeitung der (deutschen) Kolonialgeschichte in Öffentlichkeit und Wissenschaft hat seit den 2000er Jahren zu zahlreichen Debatten und Kontroversen geführt. Fragen zu Wiedergutmachung und Restitution, aber auch zur Tradierung kolonialrassistischer Topoi wurden von verschiedenen Akteur:innen gestellt und entweder teilweise oder wenigstens vorläufig beantwortet. Eine Einbettung postkolonialer Theorien in den Geschichtsunterricht steht allerdings trotz dieses unmittelbaren Gegenwartsbezugs noch aus. Der vorliegende Band setzt hier an.
Prof. Dr. habil. Felix Hinz ist ein erfahrener Historiker und Geschichtsdidaktiker, der sich auf die Geschichte der Frühen Neuzeit und der Neueren Geschichte spezialisiert hat. Er ist Professor für Geschichtswissenschaft und ihre Didaktik an der Pädagogischen Hochschule Freiburg im Breisgau. Hinz hat sich durch seine Arbeit mit dem Thema "Hispanisierung" in Neu-Spanien 1519-1568 einen Namen gemacht und hat sich als Autor von Schulbüchern etabliert. Seine Forschung und Lehrtätigkeit beinhalten auch die fachlich-konzeptionelle Planung eines Dokumentationszentrums Nationalsozialismus in Freiburg.