Im Rahmen des FWF-Projektes “Austria’s Eastern Trade from Cold War Détente to EU Accession (1963–1995). Diplomacy for Business or Business for Diplomacy?” unter der Leitung von Prof. Walter M. Iber fand am 27. Mai 2026 an der Andrássy Universität in Budapest der zweite internationale Workshop statt. Bei der Veranstaltung handelte es sich um eine institutsinterne Kooperation zwischen den Arbeitsbereichen „WISOG“ und „Geschichte Österreichs und Zentraleuropas“ (Ursula Mindler-Steiner). Bereits am Vorabend trafen sich die Teilnehmer:innen zu einem Empfang im schönen Ambiente der Bibliothek des Österreichischen Kulturforums an der Andrássy Universität.
Beim Workshop hatten alle Projektbeteiligten die Gelegenheit, ihre bisherigen Forschungsergebnisse zu präsentieren. Walter M. Iber und Christian Schmidt stellten ihre aktuellen Arbeiten zur Rolle der VOEST-Alpine im österreichischen Osthandel vor. Es folgten spannende Einblicke in die Forschungen der nationalen sowie internationalen Forschungspartner:innen: Maria Hidvégi (Central European University, Budapest) beleuchtete den Handel ausgewählter ungarischer Unternehmen mit Österreich, Wanda Jarzabek (Polnische Akademie der Wissenschaften) referierte zu den polnisch-österreichischen Handelsbeziehungen, Tomaž Mesarič (Ptuj) gab Einblick in den Handel einzelner slowenischer Unternehmen mit Österreich. Beáta Katrebová Blehová (Ústav Pamäti Národa, Bratislava) legte den Fokus auf die Außenhandelsbeziehungen zwischen der Slowakei und Österreich von 1991 bis 1995, Sebastian Pirgl (Karls-Universität Prag) auf diejenigen der Alpenrepublik mit der Tschechoslowakei ab den 1970er-Jahren. Stefan Karner (Ludwig Boltzmann Institut für Kriegsfolgen-Forschung/Universität Graz) gab einen Überblick über die sowjetisch-österreichischen Wirtschaftsbeziehungen, während Oleksii Yaknho (Universität Graz) und Andrii Kudryachenko (Ukrainische Akademie der Wissenschaften) beispielhaft einzelne Handelsaktivitäten zwischen der Ukraine und Österreich schilderten.
Die Teilnehmenden nutzten die Gelegenheit, sich intensiv über die bisherigen Erfahrungen aus dem Forschungsprozess – besonders zu Oral History-Interviews und Archivrecherchen – auszutauschen. Ziel des Projektes ist es, die Motivationen und Strategien, die die Handels- und Wirtschaftspolitik im Zeitraum 1963-1995 bestimmten, herauszuarbeiten, wobei der Schwerpunkt auf den österreichischen Handelsbeziehungen mit Jugoslawien, Polen, Ungarn, der Tschechoslowakei und der Sowjetunion liegt. Die unternehmenshistorische Ebene findet dabei besondere Berücksichtigung.
Für weitere Informationen: https://geschichte.uni-graz.at/de/unsere-forschung/aktuelle-drittmittelprojekte/#c698372