Kooperationspartner
Ludwig Boltzmann Institut für Kriegsfolgenforschung und Institut für Geschichte der Universität Graz in Kooperation mit: Historisches Archiv der Sicherheitsdienste Ungarns (ABTL), Heeresgeschichtliche Museum Wien (HGM), Harvard University, 7. Fakultät der Universität Graz
Anfragen zur Veranstaltung unter
bik-graz@bik.ac.at
Anmeldung für alle offen unter
Die Krise in Ungarn im Oktober/November 1956 wirkte sich in vielfacher Weise auf Österreich und damit auch auf die Steiermark aus. Exekutive und das erst im Jahr zuvor gegründete Österreichische Bundesheer standen erstmals seit dem Ende der Besatzungszeit vor der Herausforderung, auf eine politische Krise in einem Nachbarland und die daraus resultierenden Anforderungen an den Schutz der Staatsgrenzen zu reagieren. Zugleich waren öffentliche Institutionen und die Bevölkerung mit einer großen Fluchtbewegung unmittelbar konfrontiert. Darüber hinaus stellte die Krise einen frühen „Stresstest“ für den neutralen Staat Österreich dar, der die Herausforderungen seiner Position im Kalten Krieg zwischen Ost und West deutlich machte.
Die Konferenz „Der Ungarnaufstand 1956 und Österreich“ beleuchtet diese Entwicklungen auf Grundlage neuer geschichtswissenschaftlicher Erkenntnisse. Im Mittelpunkt stehen die Rolle Österreichs und der Steiermark im internationalen Kontext des Kalten Krieges. Wie entstanden die Proteste? Wie wurde die sowjetische Intervention wahrgenommen? Welche Auswirkungen hatten die Ereignisse auf Österreich und die Steiermark im Speziellen? Und welche Bedeutung haben sie bis heute?
Programm
09:00 Uhr: Eröffnung und Begrüßung
Univ.-Prof. Dr. Barbara Stelzl-Marx (BIK, Uni Graz)
Vizerektor Univ.-Prof. Dr. Joachim Reidl (Uni Graz)
Prof. Dr. Nadia Boyadjieva (Harvard University)
Dr. Magdolna Baráth (ABTL)
Direktor Dr. Georg Hoffmann (Direktor des HGM)
Präsidentin Univ.-Prof. Dr. Freyja Smolle-Jüttner (LBG)
09:30 – 11:00 Uhr: Panel 1
Doz. Dr. Peter Ruggenthaler (BIK): Einleitung und Moderation
Dr. Georg Hoffmann (HGM): „1956 als Zäsur. Neutralität, Souveränität und die Formierung österreichischer Sicherheitspolitik”
János Mihály Kollár (ABTL): “Fault Lines of Origin and Worldview. Struggles in the Interrogation Room”
Dr. Maximilian Graf (Österreichisches Staatsarchiv, Wien): „Die Sowjetunion und die ungarischen Flüchtlinge in Österreich“
11:00 – 11:30 Uhr: Kaffeepause
11:30 – 12:30 Uhr: Panel 2
Univ.-Prof. Dr. Dr. h.c. Stefan Karner (BIK, Uni Graz): Einleitung und Moderation
Mag. Dieter Bacher (BIK, Uni Graz): „Die Rolle Österreichs als Drehscheibe für nachrichtendienstliche Operationen 1956“
Dr. Magdolna Baráth (ABTL): “The Reorganization of the Political Police after 1956”
12:30 – 13:30 Uhr: Mittagspause
13:30 – 15:00 Uhr: Panel 3
Univ.-Doz. Dr. Erwin A. Schmidl (Wien): Einleitung und Moderation
Prof. Dr. Nadia Boyadjieva (Balkan Studies Institute at the Bulgarian Academy of Sciences, Harvard University): “Khrushchev’s interventionist policy and his Eastern European vassals”
Dr. Monika Stromberger (Uni Graz): „1956 als Konfliktfeld in Westeuropa. Positionierungen linker Intellektueller am Beispiel von Camus (Frankreich), Thompson (Großbritannien) und Abendroth (BRD)“
Dr. Péter István Pap (ABTL): “The Evolution of the Memory of 1956 in the Literary and Political Works of Dénes Csengey, 1975 – 1991”
15:00 – 15:30 Uhr: Kaffeepause
15:30 – 18:00 Uhr: Panel 4, Impulse, Perspektiven und Premiere
Univ.-Prof. Dr. Barbara Stelzl-Marx (BIK, Uni Graz): Moderation
Vizerektor Univ.-Prof. Dr. Markus Fallenböck (7. Fakultät der Uni Graz): Einleitende Worte
Keynote:
Prof. Dr. Mark Kramer (Harvard University): “The Crackdown of the Hungarian Revolution” (online)
ORF III-Premiere:
„Die ungarische Revolution 1956 – Neue Heimat Österreich“ von Thomas Hackl und Martina Hechenberger
Podiumsdiskussion:
Thomas Hackl, Regisseur
Dr. Georg Hoffmann, Direktor des HGM
Dr. Sarah Knoll, Historikerin an der Universität Wien
Dr. Erzsébet Fanni Tóth, Trauma and Memory Anthropologist, Salem State University
18:00 Uhr: Empfang
Besuchen Sie auch:
Der Ungarnaufstand 1956 und Österreich. Nachrichtendienste, Flüchtlingsbewegungen, politische Reaktionen.
20. Oktober 2026, 09:00–17:30 Uhr, Heeresgeschichtliche Museum, 1030 Wien
Anmeldung hier möglich: Der Ungarnaufstand 1956 und Österreich. Nachrichtendienste, Flüchtlingsbewegungen, politische Reaktionen