Thementage: Kinder des Krieges – Zeitzeug:innen erzählen
Datum
Donnerstag, 7. Mai 2026
14:15 – 21:00 Uhr
Freitag, 8. Mai 2026
9:30 – 16:30 Uhr
Ort
Haus der Geschichte Niederösterreich
Kulturbezirk 5,
3100 St. Pölten
Anmeldung:
Bei (Schul-) Gruppen per Mail unter anmeldung@museumnoe.at oder telefonisch unter + 43 2742 90 80 90-998
Für Einzelpersonen: Siehe Link in Infobox oben
Als Begleitprogramm zur Ausstellung „Kinder des Krieges“ beleuchten die Thementage Kindheit und Jugend während und nach dem Zweiten Weltkrieg.
Parallel zur Sonderausstellung „Kinder des Krieges. Aufwachsen zwischen 1938 und 1955“ veranstaltet das Haus der Geschichte (HdG) gemeinsam mit dem Ludwig Boltzmann Institut für Kriegsfolgenforschung (BIK) und der Universität Graz am 7. und 8. Mai eine Tagung zu Kindheit und Jugend im und nach dem Zweiten Weltkrieg. Im Zentrum der Veranstaltung steht die Begegnung zwischen Publikum, Forschung und gelebter Erinnerung: Expert:innen und Zeitzeug:innen kommen gemeinsam zu Wort, persönliche Berichte, Kurzvorträge und moderierte Gespräche eröffnen unterschiedliche Zugänge zur Zeitgeschichte. Filmvorführungen, ein Ausstellungsrundgang und ein Podiumsgespräch ergänzen das Programm.
Donnerstag, 7. Mai | 14:15 – 21:00 Uhr
Ab 13:30 Uhr | Ankommen
14:15 – 14:30 Uhr | Begrüßungsworte
Christian Rapp (Wissenschaftlicher Leiter HdG)
Barbara Stelzl-Marx (Leiterin BIK, Professorin Zeitgeschichte Uni Graz)
14:30 – 15:30 Uhr | Panel „Kriegsende und Neuanfang“
Moderation: Christian Rapp (Wissenschaftlicher Leiter HdG)
Input: Kurt Bauer (BIK)
Zeitzeugin: Helga Baldasti
15:30 – 15:45 Uhr | Pause
15:45 – 16:45 Uhr | Panel „Lebensborn“
Moderation: Nadjeschda Stoffers (BIK, Uni Graz)
Input: Lukas Schretter (BIK)
Zeitzeuge: Klaus Steiner
16:45 – 18:00 Uhr | Pause
18:00 – 21:00 Uhr | Filmpräsentation und einführendes Gespräch
Moderation: Maren Sacherer (HdG)
Podium: Agnes Strasser & Alina Maria Strasser und Fabian Eder
Filmvorführung: „Kinder des Krieges“ (2024) und „Der schönste Tag“ (2021)
Freitag, 8. Mai | 9:30 – 16:30 Uhr
Ab 9:00 Uhr | Ankommen
9:30 – 10:30 Uhr | Panel „Gewalt und Verfolgung“
Moderation: Benedikt Vogl (HdG)
Input: Christina Kandler (Zeithistorisches Zentrum Melk)
Zeitzeugin: Ruth Igelberg
10:30 – 11:00 Uhr | Pause
11:00 – 12:00 Uhr | Panel „Besatzungskinder“
Moderation: Barbara Stelzl-Marx (Leiterin BIK, Professorin Zeitgeschichte Uni Graz)
Input: Sophie Hubbe (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg)
Zeitzeugin: Eleonore Dupuis
12:00 – 13:30 Uhr | Mittagspause
13:30 – 14:30 Uhr | Ausstellungsrundgang durch „Kinder des Krieges“
Mit Kurator:innen und Input von Vermittler:innen
14:30 – 15:00 Uhr | Pause
15:00 – 16:30 Uhr | Podiumsgespräch „Krieg ausstellen – Erfahrungen aus der Praxis“
Moderation: Andrea Thuile (HdG)
Podium: Slađana Adamović (Projektleiterin Museum of Survivors), Georg Hoffmann (Direktor Heeresgeschichtliches Museum), Andreas Kuchler (Kurator von „Wie Kriege enden / How wars end“, Direktor Stadtmuseum Villach), Martina Zerovnik (Kuratorin von „Sehnsucht Frieden. 80 Jahre Kriegsende in Linz – 1945/2025“ im Nordico Stadtmuseum Linz)
Zur Ausstellung:
Sie haben Bombenkrieg, Flucht, Verfolgung und den Verlust von Familienmitgliedern miterlebt. Unter dem NS-Regime sind sie mit der Utopie der „Volksgemeinschaft“ aufgewachsen – als Teil davon oder von ihr ausgegrenzt. Ihre Väter waren oft abwesend: Als Soldaten an der Front und in Gefangenschaft. Sie wurden in der Schule, bei der Hitlerjugend und beim Bund Deutscher Mädel indoktriniert und waren ein willkommenes Motiv für die Propaganda des „Dritten Reichs“. Sie erlebten als Jüdinnen und Juden die menschenunwürdigen Strapazen von Konzentrationslagern und Zwangsarbeit. Die Kinder der Kriegsgeneration mussten früh erwachsen werden und Verantwortung übernehmen. Ihre Spielräume waren begrenzt – und doch nutzten sie diese auf ihre Weise.
Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen Zeitzeuginnen und Zeitzeugen und deren Erinnerungsgegenstände. Verschiedene Kindheiten jener Epoche werden damit unmittelbar nachvollziehbar. Kinder aus Opferfamilien ebenso wie Kinder aus Täterfamilien. Kinder aus dem ländlichen Raum und aus der Stadt, aus verschiedenen sozialen Milieus und von unterschiedlicher Herkunft. Der Zeitraum der Ausstellung umfasst die letzten Monate der Schuschnigg-Diktatur, den „Anschluss“ an NS-Deutschland 1938, den Kriegsbeginn im September 1939, das Kriegsende 1945 und die bis 1955 andauernde Besatzungszeit. Kindheit war in dieser Zeit von Unsicherheit und Entbehrungen, aber nach 1945 auch von ersten Zeichen des Aufbruchs geprägt.
Die Sonderausstellung richtet sich ausdrücklich auch an Kinder und Jugendliche von heute. Sie bringt ihnen die Lebenswelten von damals auf persönliche und nachvollziehbare Weise näher.
Eine Kooperationsveranstaltung zwischen dem Museums Niederösterreich und dem Ludwig Boltzmann Institut für Kriegsfolgenforschung.