Kultur- und Geschlechtergeschichte
FORSCHUNGSSCHWERPUNKTE
Der 2020 neu eingerichtete Arbeitsbereich Kultur- und Geschlechtergeschichte betreibt unter der Leitung von Heidrun Zettelbauer Geschichtswissenschaft in ihrer kulturtheoretischen und kulturwissenschaftlichen Dimension. Geforscht wird in unterschiedlichen Epochen und Räumen sowie in inter- und transdisziplinären Zusammenhängen.
Im Vordergrund steht die Beschäftigung mit kulturellen Dimensionen des Sozialen und Gesellschaftlichen in der Vergangenheit sowie die Reflexion der Gegenwart in ihrem historischen Gewordensein. Ein besonderes Forschungsinteresse gilt dabei Geschlechterbeziehungen in verschiedenen historischen Gesellschaften sowie geschlechtlich markierten Machtverhältnissen und Hierarchien.
Untersucht werden Formen geschlechtlicher Unterdrückung ebenso wie (historische) Logiken des gendering oder gesellschaftliche Ein- und Ausschlussprozesse entlang von Geschlecht sowie in Interaktion mit weiteren sozialen Differenzkategorien (Intersektionalität).
Forschungsschwerpunkte des Arbeitsbereichs für Kultur- und Geschlechtergeschichte
Aktuell werden am Arbeitsbereich vor allem Forschungen zu folgenden Themenbereichen durchgeführt:
- Kulturtheorien und Geschichte als „Historische Kulturwissenschaft“
- Frauen-, Geschlechter- und Queer History
- Körpergeschichte, Sexualitäten
- Geschlechtersensible Nationalismusforschung
- Auto-/Biographie und Selbstzeugnisforschung
- Krieg, Geschlecht, Gewalt – Umweltgeschichte, Ökologiebewegungen
- Tourismusgeschichte, Alpinismus – Mobilitäten und Migrationen
Vernetzung und wissenschaftliche Kooperationen
Der Arbeitsbereich für Kultur- und Geschlechtergeschichte ist außerdem vielfältig international vernetzt und Teil mehrerer Initiativen für Gleichstellung an der Universität Graz. Ein inter- und transdisziplinärer Zugang wird zudem durch Angebote an Studierende gefördert.
- L'Homme - Europäische Zeitschrift für feministische Geschichtswissenschaft
- Forschungsnetzwerk Heterogenität und Kohäsion
- Koordinationsstelle für Geschlechterstudien und Gleichstellung
- Arbeitskreis für Gleichbehandlungsfragen (AKGL)
- Masterstudium Interdisziplinäre Geschlechterstudien
- Antike und Moderne im europäischen Kontext
- Doktorand:innen-Kolloquium Geschichte
- Doktoratsprogramm Geschlechterstudien
- Elisabeth-List-Fellowship-Programm für Geschlechterforschung
Das Doktoratsprogramm Interdisziplinäre Geschlechterstudien
Der Arbeitsbereich Kultur- und Geschlechtergeschichte arbeitet eng mit Geschlechterforscher:innen in Graz zusammen. Heidrun Zettelbauer ist Sprecherin des Doktoratsprogramms Interdisziplinäre Geschlechterstudien und des Cluster Gender des Forschungsnetzwerks Heterogenität und Kohäsion (HuK).
Das Doktoratsprogramm Interdisziplinäre Geschlechterstudien versteht sich als Angebot für alle Fächer und bietet eine strukturierte Abfolge von Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses und Partizipationsmöglichkeiten über mehrere Semester hinweg. Die studierenden Mitglieder können durch das DP auf eine Vielfalt an inhaltlichen Zugängen, an Theorien und an Methoden zurückgreifen und ihre eigenen Ansätze in der Auseinandersetzung damit schärfen.
Cluster Gender
Der Cluster Gender dient der Vernetzung von Forscher:innen, Lehrenden und Projektmitarbeiter:innen, die an der Universität Graz im Bereich der Frauen*-, Gender-, feministischen und Queer Forschung aktiv sind. Zu diesem Zweck finden regelmäßige Cluster-Meetings und Gastvorträge mit inter-/nationalen Wissenschaftler:innen, aber auch gemeinsame Veranstaltungen von Geschlechterforscher*innen vor Ort statt.
Außerdem wurde im Cluster Gender eine Forschungsplattform initiiert, in der Geschlechterforscher:innen, die in Graz im Bereich der Frauen*-, Gender-, feministischen und Queer Forschung aktiv sind, zur Vernetzung und zur Informationsbasis aufgelistet werden.